Q&A with Sung Jin Park & Closing Session

Am Montag, dem 26.01.2026, fanden sich 9 Mitglieder der Hochschulgruppe für Außen- und Sicherheitspolitik Jena im Hauptgebäude der Friedrich-Schiller Universität für die letzte Veranstaltung der Reihe “Hextech, Hobbits and Hegemons: Theories of International Relations in the Realm of Pop-Culture” zusammen.

Die Veranstaltung war ein Q&A mit Sung Jin Park, Doktorand am Lehrstuhl Internationale Beziehungen (IB) Jena. Der Schwerpunkt lag auf den Großtheorien der Internationalen Beziehungen. Fragen hatten die Studierenden über die Wochen davor digital eingereicht. Park begann mit einer Erklärung der Kategorien Positivismus und Postpositivismus, in die die meisten IB Theorien eingeordnet werden können. Dabei geht der Positivismus davon aus, dass es eine messbare, objektive Realität gibt, die ein neutraler Forscher erfassen kann, während der Postpositivismus annimmt, das dies inakkurat ist: die internationalen Beziehungen sind sozial und als solche vom Forscher nicht zu trennen, weshalb auch die Objektivität und Generalisierbarkeit mit empirischen Methoden nicht zu erreichen ist. Dabei ist der neoliberale Institutionalismus ein klassisches Beispiel des Positivismus, während postkoloniale und poststrukturelle Theorien post-positivistisch sind. Daraufhin erklärte Park, warum der wendtsche Konstruktivismus als Mittelweg zwischen diesen beiden Positionen verstanden werden kann. Er sieht in dem wissenschaftlichen Konflikt zwischen Positivismus und Postpositivismus die größte Kontroverse in der modernen Forschung zu internationalen Beziehungen. 

 

Herr Park behandelte auch die Rolle von Identität und Macht in Neorealismus und Konstruktivismus, die Rolle von Theorien in der IB Wissenschaft, die Wichtigkeit der “Great Debates” in IB und die sogenannte Englische Schule (Liberaler Realismus). Besonders hob er hervor, dass Forscher und Studierende sich nicht von Theorien, sondern von der Empirie leiten sollten. Zuerst solle man sich ein Phänomen anschauen und erst daraufhin überlegen, welche Theorien in diesem Fall die meiste Erklärungskraft hätten. Dogmatisches Festhalten an einer Theorie schade der Wissenschaft - und uns Studierenden eventuell den eigenen Noten. 

 

Nach mehreren Rückfragen und längeren Diskussionen wurde die letzte Veranstaltung der Reihe feierlich beendet. Herzlich bedanken wir uns bei Sung Jin Park, der sich bereit erklärt hatte, das Q&A auch ohne Vergütung durchzuführen. Wir blicken mit durchschnittlich 16 Teilnehmer*innen pro Veranstaltung auf ein sehr erfolgreiches Semester zurück und freuen uns, alle im Sommersemester 2026 wieder zu sehen!